19. Dezember 2019

6 Leseminuten

VON DER FREUDE ZUM RISIKO
und wie dies unsere Einstellung zu neuen Ideen beeinflussen kann.
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TEDxMünchen Team - "Ideas worth spreading" - TEDxMünchen

Der große Muhammad Ali sagte einmal:

"Wer nicht mutig genug ist, Risiken einzugehen, wird im Leben nichts erreichen."

In unserem letzten Beitrag haben wir über die Kunst der Entscheidungsfindung gesprochen. Häufig erfordert der Akt der Wahl ein gewisses Maß an Risiko. Wir leben in unvorhersehbaren Zeiten und wissen meist nicht, welche Ergebnisse auf unsere Taten folgen werden. Das Eingehen von Risiken ist oftmals unangenehm. Es gibt uns das Gefühl der Unsicherheit, erfordert das Aufgeben von Kontrolle, holt uns aus unserer Komfortzone. Aber gleichzeitig ermutigt uns genau dieses Risikobereitschaft, an ein positives Ergebnis zu glauben, Vertrauen in den Prozess zu haben, der persönliches Wachstum mit sich bringt, egal was passiert.

 

Beruflich gesehen ist das Eingehen von Risiken ein notwendiges Übel. Es ist entscheidend für den Erfolg von Führungskräften und kann unsere Geschäftsfähigkeiten verbessern, indem es uns wertvolle Fähigkeiten vermittelt, die wir sonst nie gelernt hätten. Es hilft uns zudem, das Vertrauen und die Lebenserfahrung aufzubauen, die für unsere Weiterentwicklung von großer Bedeutung sind.

Highlight Block Ta(l)king risks DE

Als wir Kinder waren, haben wir das die ganze Zeit getan: Lernen, wie man geht oder spricht, wie man neue Freunde findet, wie man Fahrrad fährt, wie man schwierige neue Aufgaben löst. All dies erforderte, dass wir aus unserer Komfortzone heraus gingen und Risiken auf uns genommen haben. In der einen Woche waren wir noch eine Person, die das Fahrradfahren nicht beherrschte. Und plötzlich haben wir uns, von einer Woche auf die nächste, zu jemand anderem entwickelt. Zu jemandem, der Fahrradfahren kann*. Das Problem jedoch ist, dass wir, je älter wir werden, nicht mehr ständig neu manifestieren, wer wir sind. Wir haben uns irgendwie irgendwo gefunden und bleiben dort. Diese gemütliche und sichere Komfortzone wollen wir die meiste Zeit nicht mehr verlassen. Doch manchmal ist es wichtig, einen Schritt heraus aus dieser Blase zu treten: Unseren Horizont erweitern, neue Menschen treffen, neue Dinge lernen und von (metaphorischen) Klippen zu springen. Nicht jedes Mal wird es funktionieren und einen positiven Ausgang haben, aber allein aus dem Prozess des Ausprobierens können wir viel lernen. So kann es zum Beispiel unsere Haltung gegenüber neuen Ideen verändern.

„Die meisten Menschen nehmen neue Ideen, die ihnen in den Sinn kommen, direkt unter die Lupe und beurteilen sie mit „Das ist eine tolle Idee" oder „Das ist eine schreckliche Idee." Eigentlich ist es aber deutlich vielschichtiger. Ideen sind weder gut noch schlecht."*

Indem wir Risiken eingehen und uns für jegliche Optionen öffnen, fördern wir unsere innere Haltung, Ideen aus der Potenzial-Perspektive zu betrachten und sie in etwas Brillantes zu verwandeln. Auch wenn wir sie anfangs als "schreckliche Ideen" abgetan haben.

Auch hier sind wir am Ende vielleicht nicht erfolgreich. Aber wer weiß, was der Prozess, die Zukunft mit sich bringt. Begegnungen, Erfahrungen, Einsichten, die wir zu Beginn nicht erwartet hätten.

 

Wir möchten Sie zu einer kleinen Challenge einladen: Jeden Tag in den nächsten Wochen ermutigen wir Sie, einige Risiken einzugehen, die Sie aus Ihrer Komfortzone herausführen. Genau wie Tina Seeligs Studenten an der Stanford University:

"[...] Zum Beispiel könnte ich sie bitten, ein intellektuelles Risiko einzugehen und zu versuchen, ein Problem anzugehen, das sie noch nie zuvor ausprobiert haben; oder ein soziales Risiko: Mit jemandem zu sprechen, der neben ihnen im Zug sitzt; oder ein emotionales Risiko: Vielleicht jemandem, der ihnen sehr nahe steht, zu sagen, wie sie sich wirklich fühlen."*

Das Spektrum an Risiken ist breit gefächert: Intellektuell, physisch, finanziell, emotional, sozial, ethisch und politisch. Fangen Sie an, indem Sie einen von diesen Bereichen auswählen. Und dann noch einen. Und noch einen. Dadurch gewinnen wir immer mehr Selbstvertrauen, um immer größere und mutigere Risiken einzugehen, zu wachsen und uns auf jedem Schritt des Weges weiterzuentwickeln.

Also, sind Sie bereit zu springen?

 

Falls nicht, könnte ein wenig Zitronensäure helfen. Eine Studie an der University of Sussex ergab, dass saure Geschmacksstimulationen riskanteres Verhalten fördern. Natürlich geht es nicht darum, völlig rücksichtslose Verhaltensweisen anzuregen, sondern risikoscheue Menschen zu motivieren, neue Chancen zu ergreifen**. 

Vielleicht versuchsen Sie es damit mal?

  

Ihr

TEDxMünchen Team

 

Sources:

*https://www.ted.com/talks/tina_seelig_the_little_risks_you_can_take_to_increase_your_luck/transcript?language=en#t-687828

**https://www.wissenschaft.de/gesellschaft-psychologie/sauer-macht-risikofreudig/

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