12. Dezember 2019

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Investment und Lebensversicherung

Wie kann ich das Risiko einer Investition einschätzen?
… schließlich geht es im Leben immer um das gewisse Risiko, nicht?
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Nicholas Flaherty - Investment Strategist - FWU Invest S.A.

Bevor Sie sich auf einen Investitionsplan einlassen, müssen Sie sich des Risikos bewusst sein, das Sie eingehen. Warum? Wenn Sie tatsächlich mehr Risiko eingehen, als Sie wollten, könnten Sie sehr enttäuscht sein, wenn die Investition schief geht. Wenn Sie jedoch im Vergleich zu Ihren Erwartungen zu wenig Risiko eingehen wird ihre Rendite sehr wahrscheinlich nicht dem entsprechen, was Sie erreichen wollten.

Aber wie definieren wir Risiko im Finanzbereich? Im Grunde genommen wird es definiert als die Unsicherheit über die Ergebnisse einer Investition – je unsicherer wir über das Ergebnis einer Investition sind, desto größer ist das Risiko. So sind wir uns zum Beispiel bei einer Staatsanleihe fast sicher, welches Ergebnis wir von dieser Investition in ein paar Jahren erwarten können – es bedeutet, sie birgt relativ wenig Risiko.

 

Wenn wir uns jedoch Aktien ansehen, die viel stärker vom Konjunkturzyklus abhängig sind, ohne die „Deckung“ einer Regierung, ist das Ergebnis viel weniger sicher. Sie haben also ein größeres Risiko. Auch innerhalb der Börse findet man große Risikounterschiede. Schauen wir uns beispielsweise ein Unternehmen wie einen global agierenden Nahrungsmittelhersteller an: ein global diversifizierter Großkonzern, der Grundnahrungsmittel verkauft, die die Menschen brauchen, egal was passiert. Obwohl die Aktien eines solchen Unternehmens grundsätzlich nicht so sicher sind wie eine Staatsanleihe, weiß man doch ziemlich sicher, was man von solch einem Unternehmen erwarten kann – besonders im Vergleich mit z.B. etablierten, aber noch jungen Unternehmen aus der digitalen Start-up-Szene. Gewiss ist die Nachfrage nach den Dienstleistungen solcher Unternehmen heute groß, aber dies kann sich leicht ändern, vor allem weil diese Unternehmen in vielen Märkten unter dem Druck der Behörden und Bestimmungen stehen, die diese Geschäfte regulieren. Das Ergebnis solcher Unternehmen ist also viel unsicherer als bei dem globalen Nahrungsmittelkonzern, was somit bedeutet, dass das Risiko wesentlich höher ist.

Also, wie genau können wir dies messen? Diese "Unsicherheit" in einer Anlage wird anhand der sogenannten "Standardabweichung" der Renditen gemessen, die im Grunde genommen nur eine ausgefallene Art ist, "Volatilität" zu sagen. Es zeigt Ihnen, wie weit die Investition von ihrer durchschnittlichen Rendite "abgewichen" ist - je höher diese Zahl ist, desto riskanter ist die Investition und umgekehrt. Um einige konkrete Zahlen zu nennen: Für den gesamten Aktienmarkt liegt die Volatilität bei rund 16%; während in den risikoreicheren Bereichen des Aktienmarktes, wie beispielsweise chinesischen Technologieunternehmen, diese Zahl deutlich über 40% liegen kann. An den Rentenmärkten liegt die Volatilität in der Regel unter 10% und bei vielen Staatsanleihen unter 5%. Kurz gesagt, je unsicherer das wahrscheinliche Ergebnis der Investition ist, desto höher wird die Zahl sein.

 

Bevor Sie also eine Investition tätigen, konzentrieren Sie sich nicht nur auf die Rendite, sondern behalten Sie auch das Risiko im Auge. Um das Risiko zu bewerten, betrachten Sie die "Standardabweichung" der Renditen oder die "Volatilität", die Ihnen eine Vorstellung davon vermittelt, auf welches Risiko Sie vorbereitet sein sollten.

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